Oversize richtig tragen: Balance statt Volumen

Ein weiter Pullover ist wunderbar bequem, das steht außer Frage. Damit er locker und nicht unförmig wirkt, kommt es aber auf ein paar einfache Proportionen an. Wir zeigen Dir, wie Du Oversize so trägst, dass Deine Silhouette sichtbar bleibt.

Oversize heißt nicht einfach zwei Nummern größer

Ein echtes Oversize-Teil ist bewusst weit geschnitten. Schulternaht, Ärmellänge und Saum sitzen trotzdem an sinnvollen Stellen.

Ein Pullover, den Du einfach zwei Nummern größer kaufst, rutscht dagegen an den Schultern herunter und schlägt an den Händen um. Der Unterschied ist klein, im Spiegel siehst Du ihn aber sofort.

Bei uns steht One Size übrigens immer für die Größen 34 bis 42. Wenn Du eher 34 trägst, fällt so ein Teil deutlich weiter. Bei 42 sitzt es entspannt, aber näher am Körper. Beides ist gewollt und beides sieht schön aus. Ein Blick in unsere Strickwaren und in die Neuheiten zeigt Dir gut, wie unterschiedlich weit die Schnitte ausfallen.

Die Balance-Regel: ein Teil weit, der Rest schmal

Das ist die wichtigste Regel und sie ist schnell erklärt. Pro Outfit bekommt nur ein Teil richtig Volumen, alles andere bleibt schmal.

  • Weiter Pullover zu schmaler Jeans oder Leggings
  • Weiter Pullover zu einem geraden Midirock aus unseren Röcken
  • Schmales Top aus der Kategorie Tops zu einer weit geschnittenen Hose

So entsteht eine klare Linie statt einer durchgehenden Säule. Sitzt oben und unten gleichzeitig viel Stoff, verschwindet die Figur darin.

Frau in einem weiten, gerippten Strickpullover in Apricot mit Stehkragen, kombiniert mit einer hellblauen Jeans | Lisa's Boutique

Taille zeigen mit French Tuck und Gürtel

Der French Tuck ist der schnellste Trick überhaupt. Du steckst den Pullover vorne mittig ein Stück in den Bund und lässt Seiten und Rücken locker darüber fallen.

Etwa eine Handbreit Stoff reicht dafür. Danach streckst Du die Arme einmal nach oben, dann rutscht genau so viel wieder heraus, dass der Übergang weich fällt.

Stylistinnen denken den Körper dabei gern in Dritteln: ungefähr ein Drittel Oberteil, zwei Drittel Bein. Eine Hose mit hohem Bund erledigt das fast von allein.

Magst Du es lieber ohne Einstecken, legst Du einen schmalen Gürtel über den Pullover und ziehst den Stoff leicht darüber. Bei weichem Feinstrick fällt das besonders schön.

Zeig eine schmale Stelle

Bei viel Stoff hilft eine einfache Faustregel: Lass mindestens eine schmale Körperstelle sichtbar. Der ganze Look wirkt dadurch sofort leichter.

  • Ärmel auf Dreiviertel krempeln, damit die Handgelenke frei liegen
  • Knöchel zeigen, zum Beispiel mit einer verkürzten Hose oder Stiefeletten
  • Hals frei lassen mit einem V-Ausschnitt oder offenem Kragen, wie bei vielen Oberteilen

Schuhe mit etwas Höhe oder klarer Form geben dem Ganzen zusätzlich Gegengewicht. Sehr zarte flache Schuhe verlieren sich unter viel Volumen dagegen leicht.

Frau in einem cremefarbenen Strickpullover mit Zopfmuster und Schnüren, dazu kurze braune Shorts und hohe braune Stiefel | Lisa's Boutique

Oversize zu lockeren, luftigen Hosen

Weit oben und weit unten funktioniert durchaus, wenn Du bewusst Struktur hineinbringst. Unsere lockeren, luftig geschnittenen Hosen, die viele liebevoll Schlabberhose nennen, sind dafür eine schöne Basis.

Wähle dazu ein Oberteil, das zwar weit, aber eher kurz ist und etwa auf Hüfthöhe endet. Oder steck es vorne in den hohen Bund, damit die Taille sichtbar bleibt.

Ein fließender Stoff wirkt in dieser Kombination leichter als dicker, steifer Strick. Eine Musselinbluse über einer luftigen Hose ist dafür ein gutes Beispiel.

Wichtig ist nur, dass die Beine nicht komplett verdeckt werden. Endet das Oberteil erst auf Höhe der Oberschenkel, staucht das die Silhouette.

Farben, Muster und Stoffe ruhig halten

Viel Fläche verträgt wenig Unruhe. Zwei bis drei Farben pro Outfit wirken angenehm ruhig und stimmig.

  • Ton in Ton, also eine Farbfamilie in verschiedenen Helligkeiten, streckt und wirkt sehr harmonisch
  • Ein gemustertes Teil reicht, der Rest bleibt einfarbig
  • Weich fallender Strick trägt weniger auf als grober, steifer Strick
  • Materialmix bringt Spannung, zum Beispiel grober Strick zu glattem Satin oder Denim

Helle Töne betonen eine Fläche, dunkle nehmen sie optisch etwas zurück. Ein heller weiter Pullover sieht zu einer dunklen schmalen Hose deshalb besonders ausgewogen aus.

Beim Übereinanderziehen gilt: eng und dünn nach innen, weit und dicker nach außen. Unter einem weiten Pullover reicht meist eine Schicht, etwa ein feines Shirt oder eine schmale Bluse, deren Kragen oben herausschaut. Eine offene Strickjacke über einem schmalen Top erzeugt denselben Effekt andersherum.

Häufige Fragen

Funktioniert Oversize auch, wenn ich eher klein bin?

Ja, sehr gut sogar. Achte darauf, dass der Saum ungefähr auf Hüfthöhe endet oder vorne eingesteckt ist, und kombiniere eine Hose mit hohem Bund. Schuhe mit etwas Höhe und gekrempelte Ärmel unterstützen den streckenden Effekt zusätzlich.

Was bedeutet One Size bei Lisa's Boutique?

One Size ist bei uns immer für die Größen 34 bis 42 gedacht. Die Schnitte sind so angelegt, dass sie über diese Spanne locker fallen. In den Produktbeschreibungen findest Du zusätzlich die konkreten Maße des jeweiligen Teils.

Kann ich einen weiten Pullover zu einer lockeren, luftigen Hose tragen?

Das geht, wenn Du eine Stelle klar definierst. Steck den Pullover vorne in den Bund, wähle einen kürzeren Saum und bleib bei einer ruhigen Farbwelt. Dann wirkt die Kombination luftig statt überladen.

Welche Schuhe passen zu einem Oversize-Pullover?

Stiefeletten, Boots, Loafer oder Sneaker mit etwas Volumen sind eine gute Wahl, weil sie dem Oberteil Gegengewicht geben. Ein kleiner Absatz von wenigen Zentimetern reicht schon aus. Sehr filigrane flache Modelle wirken unter viel Stoff dagegen schnell verloren.


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